
Konferenzprogramm
Themengebiete und Vorträge
Die Vorträge finden überwiegend in deutscher Sprache statt.
| Titel | Referent | Kurzbeschreibung |
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| Auf dem Weg zum autonomen Fahren in Europa – Akzeptanz, Regulatorik und Sicherheit | Dr. Patrick Ayad, Global Managing Partner for Sectors, Hogan Lovells Dr. Sebastian Polly, Global Co-Head Automotive and Mobility Sector, Hogan Lovells | Dr. Patrick Ayad und Dr. Sebastian Polly geben einen Überblick zu den aktuellen Herausforderungen und Möglichkeiten bei der Einführung autonomer Fahrzeuge in Europa. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf regulatorischen Rahmenbedingungen, Genehmigungen und Produktsicherheit sowie öffentlicher Akzeptanz und politischen Trends autonomer Fahrzeuge. |
| Die neue EU-Produkthaftungsrichtlinie – Haftungsverschärfungen für Hersteller autonomer Fahrzeuge und deren Zulieferer | Prof. Dr. Benjamin von Bodungen, LL.M. (Auckland), Professor für Wirtschaftsrecht an der Frankfurt UAS sowie Of Counsel, Bird & Bird LLP, Frankfurt am Main | Die bis zum 9. Dezember 2026 von den EU-Mitgliedstaaten in nationales Recht umzusetzende neue EU-Produkthaftungsrichtlinie beschert den Herstellern autonomer Fahrzeuge sowie deren Zulieferern signifikante Haftungsverschärfungen. Sie weitet den Produktbegriff auf Software und KI-Systeme aus, erfasst den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs und führt bedeutsame Beweiserleichterungen zugunsten Geschädigter ein. Das hat weitreichende Folgen für die gesamte automobile Wertschöpfungskette und die Geschäftsmodelle in der Automobilindustrie. Der Vortrag beleuchtet die künftigen Haftungsverschärfungen, geht auf notwendige Compliance-Maßnahmen ein und bietet praktische Handlungsempfehlungen für Hersteller und Zulieferer im Zeitalter des autonomen Fahrens. |
| Internationale Kooperation – Schlüssel zur schnellen Marktentwicklung für autonome Mobilitätsdienste | Wolfgang Höfs, Mitgründer und Geschäftsführer, triverra GmbH | - Wo stehen wir mit unseren nationalen Regulierungsansätzen im europäischen und internationalen Umfeld? - Wie können wir die unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen verschiedener Mobilitätsdienste im Personen- und Güterverkehr adressieren? - Welchen Nutzen können wir aus Kooperationen auf europäischer und internationaler Ebene erzielen? - Wie können wir in der aktuellen geopolitischen Situation noch international zusammenarbeiten? |
| Anforderungen der EU KI-Verordnung 2024/1689 an KI-Systeme in Kraftfahrzeugen | Martin Huber, Senior Consultant, LawCom.Institute GmbH | Automatisiertes Fahren ist ohne KI-Systeme nicht möglich. Die KI-Verordnung der EU stellt neue Anforderungen an diese Systeme. Es ist notwendig genau hinzuschauen, wie die Anforderungen erfüllt werden und wie der Nachweis in der Fahrzeugzulassung geführt werden kann. |
| Regulatorik und Markteinführung, Hilfsmittel oder Hürde | Henry Kuhle, Leiter Koordinierungsstelle Vernetztes und Automatisiertes Fahren, VDA | - Die Technologie für automatisierte Funktionen wird sich in den nächsten Jahren weiterhin dynamisch entwickeln. Autonome Fahrzeuge werden die Mobilität der Zukunft prägen. - Die L4 Regelungen sind ein wichtiges Signal und unterstützen die schnelle Etablierung innovativer Technik, Funktionen und Services am Standort Deutschland und im europäischen Raum und sind ein wichtiger Baustein für den Einstieg in das autonome Fahren. - Deutschland hat bei der Level 4 Gesetzgebung (AFGBV und StVG) Pionierarbeit geleistet, europäische Länder sollten sich an diesem Rahmen orientieren und deutsche Vorgaben in nationale Gesetzgebungen übernehmen. - Die EU-Regulierungen ermöglichen die Zulassung von fahrerlosen Fahrzeugen, aber die nationalen Gesetze für den konkreten Betrieb im öffentlichen Straßenverkehr sind nur in wenigen Ländern bereits umfassend verabschiedet. Der konkrete Betrieb im öffentlichen Straßenverkehr ist weiterhin von den nationalen Verkehrsgesetzen und den behördlichen Genehmigungen für festgelegte Einsatzgebiete abhängig. Auch wenn die rechtlichen Vorschriften für die Genehmigung von Level 4 Betriebsbereichen vorhanden sind, ist die Beantragung von genehmigten Betriebsbereichen aufwändig. Die heterogenen, komplexen Prozesse auf Landesebene behindern eine deutschlandweite Skalierung. |
| Autonomous Mobility, the "Common Good” | Paul Spaanderman, CEO, Innomo Consulting Kft (Innovation Management) | The regulation complexity impact on development as well as on the processes. How to keep regulations competitive and manageable? |
| Autonomes Fahren: welche Aufgaben kommen auf Flottenbetreiber zu? | Till Stegemann, Rechtsanwalt bei RÖDL (Senior Associate) | - Eckpfeiler des deutschen Rechtsrahmens zum autonomen Fahren – was sind „ODD“, „Betriebsbereich“ und „Technische Aufsicht“? - Akteure und ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten – Welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten haben Hersteller, Halter, Technische Aufsicht, KBA und Betriebsbereichsgenehmigungsbehörde? - Rolle des deutschen Rechtsrahmens vor dem Hintergrund des sich wandelnden europäischen Rechtsrahmens – verliert die AFGBV an Bedeutung? |
| Titel | Referent | Kurzbeschreibung |
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| Teleoperation und Teleassistenz – die nächsten Stufen der Fernunterstützung (Teleoperation and Teleassistance – the Next Levels of Remote Support) | Dr. Frank Diermeyer, Senior Academic Counselor, TUM | - Herausforderungen bei der Teleoperation - Aktuelle Teleoperations- und Teleassistenzkonzepte in Forschung und Anwendung - Verantwortung und Haftung bei Teleoperation und -assistenz |
| Mobilität von morgen - Neugestaltung von Städten und Infrastrukturen | Prof. Dr. Anne Paschke Professorin für Öffentliches Recht, Technikrecht und Recht der Digitalisierung und Leiterin der Forschungsstelle Mobilitätsrecht, TU Braunschweig | Die Mobilität von morgen ist vernetzt und autonom. Wir müssen unsere Städte und Infrastrukturen neu gestalten und unsere Wege anders planen. |
| Titel | Referent | Kurzbeschreibung |
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| Aktuelle Wege zur Automatisierung des Straßenverkehrs – Möglichkeiten und Herausforderungen | Richard Damm, Präsident Kraftfahrt-Bundesamt, Chairman der UNECE Arbeitsgruppe GRVA zum automatisierten, autonomen und vernetzten Fahren | - Individuelle Mobilität, ÖPNV und Logistik - Marktsituation global - Regulatorischer Rahmen für Assistenz- und Automatisierungssysteme - Stand der Aktivitäten in Deutschland zu autonomen Fahrzeugen |
| Mobilität der Zukunft - Wie die Energiewende und der Klimawandel die Mobilität beeinflussen | Raymon Deblitz, Managing Director, T&B ChinaConsulting, Mitglied im VDI | Der Vortrag befasst sich mit der Evolution der Mobilität. Ausgehend von den gesellschaftspolitischen Herausforderungen werden technologische Lösungsaspekte aufgezeigt sowie ein Blick in die Zukunft gegeben. |
| Die Implementierung der technischen Innovationen steht im Wechselspiel mit Fragen der Absicherung, Homologation und Zulassung - Fallbeispiele | Prof. Dr.-Ing. Roman Henze - Leiter Institut für Fahrzeugtechnik (IfF), TU Braunschweig | Die Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen erfordert ein tiefes Verständnis dafür, wie technische Systeme unter realen Bedingungen miteinander interagieren. Entscheidend ist nicht die Leistungsfähigkeit einzelner Komponenten, sondern die Fähigkeit des Gesamtsystems, komplexe Verkehrssituationen konsistent und vorhersehbar zu bewältigen. Fortschritt entsteht dort, wo Modelle und Validierungsmethoden reale Dynamiken präzise abbilden und ihre Grenzen transparent machen. Die Implementierung der technischen Innovationen steht im Wechselspiel mit Fragen der Absicherung, Homologation und Zulassung für den Regelbetrieb, für den Deutschland eine Vorreiterrolle im Hinblick auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen besitzt. Autonome Mobilität gewinnt an Verlässlichkeit, wenn technische Integrität, rechtliche Fragestellungen und Betriebsvoraussetzungen eindeutig definiert und kontinuierlich überprüfbar sind. Diesem interdisziplinären Fokus widmet sich unser AMLS-Expertenforum mit Beiträgen aus Politik, nationalen Institutionen, kommunalen Betreibern, Industrie und Forschung sowie dem Rechtswesen. |
| Der SUE People Mover: Autonom, zukunftsweisend und von Grund auf neu entwickelt für die Mobilität von morgen | Alexander Uedelhoven, Gründer und Projektleiter von SUE | Prokurist, Uedelhoven GmbH & Co. KG | SUE ist ein zukunftsweisender, autonom fahrender und straßenzugelassener People Mover, der von Grund auf neu entwickelt wurde, um die Mobilität von morgen zu gestalten. 100 % designed, developed und Made in Germany. |
| Titel | Referent | Kurzbeschreibung |
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| Regeln für das vernetzte Fahrzeug – Standards als Schlüssel zur Zukunft der Mobilität | Dr.-Ing. Maximilian Flormann, Institut für Fahrzeugtechnik, TU Braunschweig | - Vernetztes automatisiertes Fahren - Regulierung von Fahrzeugkommunikation - Erprobung von Fahrfunktionen |
| EU-weit gültige Typgenehmigung für autonomes Fahren: Was geht in Europa? | Dr. Frederic Geber, Rechtsanwalt, POSSER SPIETH WOLFERS & PARTNERS Rechtsanwälte | Immer wieder liest man es: Der europäische Markt ist schwierig für Robotaxis. Vor allem wegen unterschiedlicher Regulierungen zum autonomen Fahren. Anders als in den USA, China oder Abu Dhabi. Aber stimmt das wirklich? Oder könnte man in der EU mit einer EU-Typgenehmigung Robotaxis in allen Mitgliedstaaten fahren? Was geht mit einer EU-Typenehmigung in Europa? Was geht nicht? Dabei stellen sich z.B. folgende Fragen: - Dual Mode: Welchen Nutzen und welche Geschäftsmodelle bietet der dual mode der EU-Typgenehmigung? - Scaling: Inwieweit würde eine EU-Tygenehmigung für autonomes Fahren nur für wenige Fahrzeuge gelten? - Testing: Kann man eine EU-Tygenehmigung für Tests für das autonome Fahren erhalten? - Local operational permit: Braucht man außer der EU-Typgenehmigung noch weitere nationale oder lokale Genehmigungen, wenn man autonome Fahrzeuge einsetzen oder testen möchte? |
| Autonomes Fahren? Aber Sicher! - Sicherheitsnachweise in Entwicklung und Zulassung aus einer metrologischen Perspektive | Dr. Stefan Kothe, des. Leiter der Arbeitsgruppe Metrologie für vernetzte Mobilität, Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) | Die Zulassung autonomer Fahrzeuge gemäß eines "europäischen Wertekanons" mit Blick auf Datenschutz und Sicherheit der Fahrzeuge stellt auch vier Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes zum autonomen Fahren eine Hürde auf dem Weg zur flächendeckenden Einführung dar. Herausforderungen und Chancen für die Zulassung durchgängiger, rückverfolgbarer und gleichzeitig schneller sowie effizienter Sicherheitsnachweise im realen und virtuellen Raum sollen aus dem Blickwinkel der Metrologie betrachtet werden. |
| Review of SAKURA project: Japanese safety assurance initiative for ADS development | Ph.D. Hiroki Nakamura, Research manager of AD MBD Group, Japan Automobile Research Institute (JARI) | SAKURA project followed PEGASUS to advance scenario-based safety evaluation of ADS (or CCAM) as Japanese governmental funded project and wrapped up in March, 2026. As a result, a safety evaluation framework including comprehensive scenario catalog is published by joint effort with JAMA and scenario database is implemented. Also, some parts of the framework are reflected in UN-R157 and ISO34502. We would also emphasize the importance of further international harmonization to handle new technologies, such as E2E AI. |
| SCART: An independent institution for scenario-based type approval in Europe | Prof. Dr.-Ing. Günther Prokop, Professor für Kraftfahrzeugtechnik, Sprecher Smart Mobility Lab, Sprecher SCART – Safety of Connected and Automated Road Traffic, TU Dresden | - SCART als unabhängiges Stakeholder-Netzwerk zur virtuellen, szenarienbasierten Homologation - „Dresdner Methode“ zur Szenariengenerierung und Methodenauswahl - Der Dresden Driving Simulator als zentrales Instrument - Smart Mobility Lab als prototypischer Versuchsaufbau |
| Level 4 trifft GoA 4 – Warum Bahn und Automotive näher zusammenliegen als gedacht | Silvia Thal, Innovation Manager, Siemens Mobility GmbH | Was in Automotive für autonomes Fahren funktioniert, lässt sich in vielen Teilen auf die Bahn übertragen, von ODD/Szenarien bis Safety- und Validierungslogik. In meinem Vortrag zeige ich, wo die Parallelen enden und was es braucht, um KI-basierte Funktionen im Bahnkontext zukünftig belastbar nachzuweisen. Folgendes wird aufgezeigt: - Wie fahrzeug- und infrastrukturbasierte Systeme den Weg zum fahrerlosen Bahnbetrieb ebnen - Welche Automotive-Methoden und Standards (z. B. SOTIF) für Bahnhersteller besonders gut übertragbar sind - Wo Bahn sich grundlegend unterscheidet und was es für den Betrieb und die Zulassung von KI-Systemen benötigt |
| Titel | Referent | Kurzbeschreibung |
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| Autonom und vernetzt: On-Demand-Mobilität im Spannungsfeld zwischen ‚Robotaxis‘ und ÖPNV | Dr. Lea Decker, Projektmanagerin im Bereich Portfoliomanagement und Strategieentwicklung, New Mobility Solutions Hamburg GmbH | - Einordnung: Autonome On-Demand-Mobilität als Brücke zwischen individuellen, autonomen Ridehailing-Diensten und dem ÖPNV. - Herausforderungen: Rechtliche Grundlage im PBefG für autonome Verkehre ist unklar; komplexe Strukturen zur Integration autonomer ODV in bestehende Verkehrssysteme - Chancen: Beitrag zur nachhaltigen, flexiblen und effizienten urbanen Mobilität durch vernetzte autonome Flotten. - Ausblick: Skalierung von Pilotprojekten und Anpassung regulatorischer Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Integration autonomer On-Demand-Dienste. |
| AD Strategie der Hamburger Hochbahn: Vom Erprobungsbetrieb zum skalier fähigen Regelbetrieb | Ulrike Ulsamer, Leiterin Autonome Mobilität, Hamburger Hochbahn AG | AD Strategie der Hamburger Hochbahn: Vom Erprobungsbetrieb zum skalierfähigen Regelbetrieb. - Kurzvorstellung ALIKE Projekt - Kurzvorstellung 3plus3 und wie die beiden Projekte aufeinander aufbauen - Ausblick Business und Skalierung Hamburger Hochbahn |
| Geschäftsmodelle im Kontext des automatisierten Fahrens | Prof. Dr. David Woisetschläger, Director Institute for Marketing and Innovation, TU Braunschweig | Was bleibt, was wird neu? Die technologische Revolution des automatisierten Fahrens wird bestehende Geschäftsmodelle verändern und neue ermöglichen. Der Vortrag fokussiert auf die zentralen Bereiche des Wertversprechens, der Wertschöpfung und dem Erlösmodell und zeigt exemplarisch Veränderungspotenziale auf, die sich durch das automatische Fahren ergeben. |